NATURA 2000

Das Netzwerk NATURA 2000, das sich aus den Schutzgebieten der EU-Vogelschutzrichtlinie und den Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebieten (FFH) zusammensetzt, ist durch seinen besonderen Reichtum an Tieren, Pflanzen und Lebensraumtypen von großer Bedeutung. Durch dieses Netzwerk wird die Natur langfristig geschützt und der dramatische Rückgang der biologischen Vielfalt und das Artensterben gestoppt.

Am Oderdeich liegen das FFH-Gebiet „Oderaue Kienitz“ und das Vogelschutzgebiet „Mittlere Oderniederung“ mit dem „Sophienthaler Polder“ und seiner Binnendüne „Garnischberg“. Auf der anderen Flussseite in Polen befinden sich das FFH-Gebiet „Dolna Odra“ und das Vogelschutzgebiet „Dolina Dolnej Odry“. Hier gibt es keine Hochwasserschutzdeiche, das Auengebiet folgt dem natürlichen Rhythmus der Flussaue. Beindruckend ist die natürliche Binnendüne „Monte Casino“.

Dies- und jenseits der Oder prägen Weichholz-Auenwälder, bestanden mit Weiden und Schwarzpappeln, aber auch die Hartholz-Auenwälder mit Flatterulmen und Stieleichen das Landschaftsbild. Die Auenwiesen sind mit artenreichen Altarmen und Kleingewässern durchzogen. Im Frühjahr hallen über die Weiten der Oderaue vielstimmige Konzerte der Rotbauchunken sowie Teich- und Seefrösche. Manchmal ist sogar der vom Aussterben bedrohte Laubfrosch zu hören. Biber und Fischotter haben hier ihre Reviere.

Die „Oderaue Kienitz“ ist als Rast-, Wintergast- und Sammelgebiet für den internatinalen Vogelzug bedeutsam. Sie steht in direkter Verbindung mit dem etwa 20 km entfernten polnischen Nationalpark „Ujście Warty“ (Warthebruch) bei Kostrzyn. Im Winter dominieren Saat- und Graugänse, Reiher-, Stock- und Schellenten, Tauchenten und Kraniche. Danach lassen sich Weiß- und Schwarzstörche, Trauer- und Flußseeschwalben, Kampfläufer, Bekassinen, Großer Brachvogel, Austernfischer sowie Flussuferläufer beobachten, Seeadler und Fischadler sind bei ihrer Jagd zu sehen.

Die Schutzgebiete im Raum Kienitz sind wegen ihrer überdurchschnittlich großen Artenvielfalt inmitten der biologisch verarmten Agrarlandschaft außerordentlich bedeutungsvoll.

Diese empfindlichen Gebiete sind Teil des NATURA 2000 – Netzwerkes und wurden längst als solche durch die EU bestätigt. Nun liegt es an den zuständigen Behörden, Kommunen, Nutzern und Bürgern, diesen Schutzauftrag umzusetzen.

Auch wenn das NATURA-2000-Netzwerk natürlich strenge Schutzzonen mit einschließt, hängen viele Gebiete von der nachhaltigen Bewirtschaftung durch ihre Eigentümer ab. Es fließen also EU-Fördergelder ins Gebiet. Wenn aber die europäischen Naturschutzziele nicht befolgt werden, könnten in Zukunft auch die EU-Fördermittel knapp werden. Diese sind wiederum, eine wichtige Finanzquelle für Landwirte, Tourismusbetreiber und Kommunen.

Als Naturerlebnishof Uferloos und als Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kreisverband Märkisch-Oderland arbeiten wir täglich mit dem Thema NATURA- 2000 und begrüßen dieses Netzwerk sehr!

Wer mehr über Natura 2000 erfahren möchte:

 

Am 21. Mai 2017 findet europaweit der NATURA- 2000-Tag statt. Mehr dazu:

 

Im Archiv
Naturerlebnishof Uferloos | Steffi Bartel | Deichweg 9, OT Kienitz, 15324 Letschin | Tel: 033478.38976 | Funk: 0173.1726205 | E-Mail: info@uferloos.de   nach oben ↑   Datenschutz | Impressum